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Ein Lehrbeispiel ……

oder

Wie erziehen wir den Bürger, diesen Trottel?

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Schon wieder so ein Beitrag, der eigentlich mit der Jagd gar nichts zu tun hat. Aber nur eigentlich. Oder scheinbar. Denn die Akteure, die Vorgehensweise, die Methodik – alles aus dem Guss, den wir Jäger bestens kennen.

Das heute gemeinte Lehrbeispiel des gelenkten (und lenkenden, Stichwort „nudging“, „framing“) Journalismus konnte man im Morgenmagazin (MoMa) des ZDF vom 24. Mai 2019 erleben. Die EU-Wahl vom 26. Mai warf ihre Schatten voraus. Alle Parteien bekamen die Gelegenheit, sich zu präsentieren bzw. wurden präsentiert. So auch der Vorsitzende der AfD, Prof. Dr. Meuthen.

Ich meine, ich habe auch so meine Probleme mit der Partei, vor allem damit, dass sie ausgeprägte Neonazis wie Björn Höcke oder diese Extremisten gleichen Kalibers aus Sachsen, Sachsen- Anhalt mit sich herumschleppen, und auch die Sprüche des Alt- Populisten im milden Altersgewand, Herr Gauland, sind oft schwer erträglich. Das ändert aber nichts an der banalen Tatsache, dass diese Partei, je nach Bundesland, mittlerweile von teilweise mehr als 20 % !! der Wähler gewählt und damit demokratisch legitimiert !! in Parlamenten sitzt, nicht zuletzt im Bundestag. Da kann ich doch nicht sagen, mit denen spreche ich nicht. Ich muss mich mit deren Programm auseinandersetzen und rauskriegen (wollen), warum, um Himmels Willen, die gewählt werden. Und dann erstmal vor meiner eigenen Türe kehren. Aber das Ausgrenzen scheint die Strategie der „Demokraten“ zu sein, die sich auf der guten Seite wähnen. Also haben wir hierzulande Demokraten erster und zweiter Klasse. So weit sind wir schon.

Kommen wir zurück zum Morgenmagazin vom 24. Mai. Da erlebte man einen Auftritt der dritten Art, nämlich des „Moderators“ (oder wie die sich nennen) Andreas Wunn. Relativ junger Kerl, propper gewandet und tief durchtränkt vom grünen Klima- Zeitgeist, vor Selbstgerechtigkeit triefend. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, die die Sendung gesehen haben, aber bei manchen seiner Bemerkungen kam mir immer der Frosch Kermit aus der Muppet- Show in den Sinn, der Typ, der müde Gags riss und danach immer mit offenem Mund kopfnickend und beifallheischend in die Runde plierte: „Na, war ich nicht toll gerade?“ Und er (Kermit Wunn) wurde bedient, er fährt seine unsachlichen und rotzig vorgetragenen Attacken, der Kermit geht mit ihm durch – und das Kermit- Publikum spielt prompt und trefflich seine Rolle: Von scheinbar angewidert bis hämisch- schadenfroh war alles auf den Mienen zu lesen. So geht das in einem Schauprozess. Freisler konnte das auch gut.

Schon der persönliche Umgang mit Meuthen war meiner Meinung nach eine Anhäufung von schlechtem Benehmen. Unser Papa nannte sowas „Rotzlöffeligkeit“, dann gab´s was auf den Hintern. Man sollte sowas heute wieder einführen, glaube ich fast. Rüde ins Wort fallen, die Rede abschneiden, aggressiv – provokant die eigenen Thesen und Stilblüten vortragen, belehren, es war von allem was dabei. Die Inquisition lässt grüßen. Und das von einem „Moderator“, der´s nun wirklich fachlich nicht besetzt hat. Was aber dem Fass den Boden ausschlug, war sein eifernder Ausritt in die „Klimapolitik“, den neuesten Ausdruck grün inszenierter Dekadenz. Als Herr Meuthen darauf hinwies, dass es viele andere hoch qualifizierte Wissenschaftler gibt, die der These der Kausalität CO2 – Anstieg und Erderwärmung widersprechen, drehte der gute Herr Wunn sichtlich aufgebracht und hoch aggressiv auf:

„97 % der Wissenschaftler haben aber festgestellt, dass der (menschengemachte) Anstieg des Spurengases CO2 in der Atmosphäre (Spurengas deswegen, weil der Anteil unter 0,04 % beträgt) die Ursache des Klimawandels ist. Was sagen Sie dazu?“

Die Botschaft an den Zuschauer: Hört genau zu. Und wählt ja richtig!

Whow! Man fragt sich: Woher hat er das? Wobei er mit „Klimawandel“ wohl meint, dass sich die durchschnittliche Temperatur auf diesem schönen Planeten seit 1860, dem Beginn der Aufzeichnungen, also zum Ausklang der so genannten „Kleinen Eiszeit“!!!, um ca. 0,9 Kelvin erhöht hat. Wobei er offensichtlich nicht weiß, weil´s ihn wohl auch gar nicht interessiert, ihm reicht´s, wenn er „Experten“ nachplappern kann, dass es nach der letzten Eiszeit für lange, lange Zeit (ca. 8.000 bis 5.500 v. Chr.) weit wärmer war als heute, danach für lange Zeit ähnlich warm wie heute, dass es zur Blütezeit des Römischen Reichs (100 v.Chr. bis ca. 300 n. Chr.), dass es im Hochmittelalter (ca. 950 bis 1250 n. Chr.) deutlich wärmer war als heute, dass die Alpen damals so gut wie eisfrei waren, dass Grönland grün und ackerbaufähig war (Wikinger- Besiedlung). Und dass diese Zeiten von Klimatologen, sogar von denen vom unsäglichen „Potsdamer Institut für Klimafolgeforschung“ nach wie vor als „Klima- Optima“ bezeichnet werden. Optimum! Das kommt, nebenbei bemerkt, von lateinisch „optimum“, ist der Superlativ von „bonus“ = gut und meint übersetzt schlicht „das Beste“ oder „am besten“.

Mit gutem Grund, denn in diesen deutlich wärmeren Perioden gab es regelmäßig eine Explosion an Kulturentwicklung, Wissenszuwachs, auch Bevölkerungszuwachs (was damals als unbedingt positiv bewertet wurde). Eben aus dem Grund, dass man, banal ausgedrückt, genug zu essen hatte und deswegen nicht dauernd mit jedem Nachbarn um eben das Essen streiten musste. Siehe das unsterbliche Zitat von Bertold Brecht: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ Anders ausgedrückt: Wer hungert, streitet sich. Wer satt ist, hat Zeit für schöne Dinge: Dichtung, Kunst, Nachdenken, Soziales, Liebe. Aber von all dem hat dem Herrn Wunn wohl noch nie jemand was erzählt. Oder er war überfordert. Oder er hat´s nicht mitbekommen, als er in der Schule war. Weil er zu beschäftigt damit war, ein guter Mensch zu werden, im herrschenden grün- korrekten Mainstream- Sinne, meine ich. Damit macht man Karriere in den Medien, anders nicht. Nach seinem Benehmen am 24. Mai fragt man sich allerdings: Was hat er überhaupt mitbekommen? Und wie werden solche „Moderatoren“ (das hängt mit „moderieren“ zusammen, was wiederum ungefähr mit „ausgleichen“ zu übersetzen ist) an unseren mit Steuergeldern finanzierten „Ausbildungsstätten“ (Universität wollte ich nicht sagen, ich will die guten nicht abqualifizieren) eigentlich ausgebildet?  Sei´s drum.

Aber kommen wir mal zu den angeblichen „97 % der Wissenschaft“.

Seit wann ist Wissenschaft eine Mehrheitsveranstaltung? Wissenschaft, zumindest ernsthafte, also nicht die vom Zuschnitt des „Potsdamer Instituts“ oder des IPCC, gründet sich auf Fakten, auf beweisbare, auf in Experimenten bzw. Beobachtungen beliebig wiederhol- und feststellbare, streng faktenbasierte Erkenntnisse. Das schließt Würfeln, einfache Behauptungen, überirdische Erscheinungen oder ähnliche Dinge als Wissenserwerb nachhaltig aus, darüber besteht Konsens. Theoretisch. Denn das scheint immer mal wieder in Vergessenheit zu geraten. Es gibt da diese schöne Geschichte von Albert Einstein. Nachdem der seine Relativitäts- Theorie veröffentlicht hatte, kursierte einige Zeit darauf ein offener Brief durch die Presse (damals gab´s noch kein Facebook und Instagramm, noch nicht mal Rundfunk und Fernsehen, damals waren die Tageszeitungen noch das Informationsportal), unterzeichnet von 97 % seiner Zunftkollegen, der Creme de la Creme der Physik: Ein übler, durch und durch polemischer, hämischer Verriss seiner Relativitätstheorie. Darauf angesprochen, vor allem auf die übergroße Mehrheit der Kritiker, antwortete Einstein: „97 %? Was hat das zu sagen? Wenn nur ein Kollege mir wissenschaftlich beweisen kann, dass er Recht hat und ich Unrecht, dann reicht das doch schon.“ Was, wie man weiß, niemand konnte. Was aber nicht einen von den damals hetzenden „Kollegen“ danach veranlasste, sich für die Verunglimpfungen zu entschuldigen. Was aber auch die heutigen Mainstream- Wissenschaftler nicht können, siehe die dauernden Zurückrudereien. Aus dem Gedächtnis: Der Himalaya ist in ein paar Jahren eisfrei. Riesen – Bohei in den Medien. Dann: Uups, rausgerutscht, war nicht ernst gemeint. 2007: Meeresspiegelanstieg bis 2020 1 Meter. Wenn´s langt. Machen Sie vorsichtshalber schon mal Urlaub auf Vorrat auf den Seychellen, die gibt´s bald nicht mehr. 2010: Verzeihung, 50 cm. 2013: Ääh, verschrieben, 20 cm. Seitdem keine Meldung mehr, ist wohl langsam peinlich. Siehe dazu auch die Arbeit von Nils- Axel  Mörner. Wie lange wollen wir da eigentlich noch zuschauen?

So weit Einstein. Da gab´s noch den großen Alfred Wegener mit seiner Kontinentaldrift- Theorie, heute allgemeiner Stand der Wissenschaft, durch Messungen bewiesen. (Ja, das gibt´s tatsächlich auch noch. Ich meine, dass Wissenschaftler nachmessen, kritisch überprüfen.) Aber damals? Mein Gott, was hatte der zu leiden. Deswegen ist der wohl freiwillig auf dem Grönland- Eisschild verschollen. Aber da gibt´s auch noch Galileo Galilei, der nur ganz knapp dem Scheiterhaufen entging. Es gab Kopernikus, der auch übelst angefeindet wurde, als Domherr allerdings einen gewissen ideologischen Flankenschutz hatte. Bedroht waren sie durch die „Empörung“ der Mehrheit ihrer Zunftgenossen, vor allem aber von der alleinseligmachenden Kirche. Die hat heute nicht mehr den Einfluss zu sowas. Derer ideologische Rolle haben in unseren Zeiten die Grünen übernommen, bis hin zur Hetze „Klima- Leugner“, „Waldsterben- Leugner“ usw. usw., wenn immer jemand ihr Mantra zu den gerade gepushten Themen zu kritisieren wagt. Die Methode ist immer die gleiche. Bei der geringsten Kritik sofort massive Attacke (weniger durch grüne Politiker selbst, die sind zu vorsichtig, meist durch ihre Fußtruppen), so rüde wie nur möglich, volle Breitseite. Nicht kleckern, klotzen, wie der Reichswehr- Panzergeneral Guderian selig das nannte, also unter allen Umständen sofort und mit allem, was man aufbieten kann, frontal attackieren. Übertragen auf unsere gesellschaftliche Situation ist das Ziel aber eher noch moderat: Mundtot machen reicht. Gar nicht erst hochkommen lassen, die gefährliche Brut. Die gefährden unser Geschäftsmodell. Und das funktioniert einwandfrei, wie wir alle wissen.

Kommen wir wieder zurück zur MoMa- Sendung vom 24. Mai. Herr Meuthen lebt noch. Die AfD wird´s auch danach noch geben. Es wird aber eine Menge an Zuschauern geben, die, anders als ich, nicht parteigebunden sind, das Ganze aber genau so widerlich undemokratisch empfunden haben wie ich. Ich fürchte, ein nicht kleiner Teil dieser Wähler wird demnächst der AfD seine Stimme geben. Einfach nur, um mal auszuprobieren, was dann passiert. Denn die anderen Parteien bringen´s ja offensichtlich nicht, eiern hilf- und orientierungslos, auf Posten und Pöstchen, auf die Fleischtöpfe fixiert, einfach nur rum. Und um einfach so arroganten Jung- Schnöseln wie Herrn Wunn mal die Grenzen aufzuzeigen.

Man könnte dazu noch in Zukunft das ZDF meiden. Was ich ab jetzt tue. Das wird das ZDF nicht weiter stören. Weil sie beim ZDF satt und bequem jedes Jahr mit Milliarden an Steuergeldern gepampert werden. Diese Alimentationen sind zwar gebunden an den Auftrag, die Zuschauer da draußen, also die Steuerzahler, die die Party bezahlen, unvoreingenommen und neutral über alles das zu informieren, was da so abgeht außerhalb ihres unmittelbaren eigenen Ereignishorizonts. Aber das war wohl nicht ernst gemeint, nur Spaß, jedenfalls sieht´s offensichtlich das ZDF so. Das scheint irgendwie in Vergessenheit geraten zu sein, sich vom Schirm geschlichen zu haben. Wohl auch deswegen, weil´s von Politikerseite nicht so richtig stringent eingefordert wird. Was interessiert uns also da, was der Nolting sagt?

Aber irgendwo muss man mal den Anfang machen, finde ich. Ich meine, ich habe keine autistische Greta, die ich mit seelenruhigem Gewissen publizistisch zwangsprostituieren darf. Das verbieten mir meine Erziehung, meine Vorstellungen von Anstand und Moral. Da seien auch das Jugendamt und die Schulbehörden davor. Mit Recht übrigens. Allerdings bei manchen wohl nicht. Es kommt eben, wie im Krieg, immer auf die jeweilige Feldpostnummer an: Quod licet iovi, non licet bovi.

Wir sind weit gekommen  ….

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Kirchveischede, 26. Mai 2019

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Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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