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Gestern in den Nachrichten

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Bewegt sich endlich was?

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Gestern Abend (26. Februar 2019) schaue ich mir wie gewohnt die Nachrichten an, um 20:15 Uhr, ARD. Gerade laufen die Meldungen auch über andere Nachrichtendienste: Der Bundesfinanzhof hat eben geurteilt, dass Attac nicht gemeinnützig sei. Das schlug ein. Vor allem die Begründung zur Versagung der Gemeinnützigkeit ist brisant:

„Attac 1) versuche mit seinen Kampagnen die politische Meinung zu beeinflussen.“

Jetzt versteht man auch die alarmierten Kommentare vor allem grüner Politiker der letzten Tage, als sich das wohl schon erahnen ließ. Sollte es so kommen wie befürchtet (und wie es ja auch gekommen ist), wäre die eigene Position schwer erschüttert, nicht nur wegen des eigenen Selbstverständnisses, auch in der öffentlichen Meinung. Der deutsche Michel ist zwar zum Wutbürger mutiert, vor allem auch wegen der kräftigen Agitation der Grünen und der sogenannten Umweltverbände, er ist auch leicht zu manipulieren und zu instrumentalisieren. Aber etwas respektieren sie nach wie vor, die Deutschen: Ihre Gerichte. Deswegen ist die Tragweite dieses Urteils, vor allem wegen dieser Haupt- Begründung, gravierend:

Es lässt sich wohl eins zu eins übertragen auf die übrigen außerparlamentarischen Kampfverbände der Grünen, als da sind NABU, BUND, Greenpeace etc. etc.

Denn die machen völlig ungeniert Politik, knallhart, im Vollgefühl ihrer Unverwundbarkeit. Dem „Umweltschutz“ wird in Deutschland mittlerweile alles untergeordnet, ohne jede kritische Hinterfragung. Und was „Umweltschutz“ ist, wird in den Chefetagen der „Umwelt“- Verbände, vor allem der Grünen definiert; da hat gefälligst niemand dreinzureden. Vertreter der Verbände tauchen auf öffentlichen grünen Parteiveranstaltungen auf, halten Reden, beeinflussen ungeniert die öffentliche Meinung mit hochpolitischen Kampagnen, dies vor allem in Wahlkampfzeiten etc. etc.

Von Seiten der Volksvertreter anderer Couleur drohte nie Gefahr: Hat sich mal jemand kritisch geäußert, wurde er schnell wieder eingefangen von der Parteidisziplin, zu sehr schielten die Granden der (früher!) großen Parteien immer auf die Grünen als eventuelle zukünftige Mehrheitsbeschaffer; die tritt man nicht vor´s Knie, indem man ihre wirksamsten Fronttruppen attackiert. Also wurde jede noch so begründete Kritik abgewehrt oder lief sich tot in bewährter, politischer Zerfaserung. Ja sogar förmliche Anzeigen mit knallharten juristischen Expertisen in Bezug auf völlige Unvereinbarkeit von Gemeinnützigkeitsstatus und gesetzwidrigen Handlungen (PETA) verliefen im Sand – es gab Anweisung von oben, die Sache nicht weiter zu bearbeiten. Das Ganze übrigens in Baden- Württemberg. Honi soit qui mal y pense.

Höhepunkt der gestrigen Berichterstattung aber war der Auftritt eines sichtlich geschockten Attac- Funktionärs, ich zitiere sinngemäß:

 „Wenn das Gesetz so verstanden werden kann wie vom Bundesfinanzhof eben getan, dass also die Attac- Aktivitäten unvereinbar seien mit dem Status der Gemeinnützigkeit – ja dann ist es ein schlechtes Gesetz und muss den Aktivitäten der Attac eben angepasst werden.“

Besser kann man das anmaßende Selbstverständnis dieser Truppen wohl nicht mehr beschreiben.

Mal schauen, was sich da jetzt entwickelt. Wir sollten die Augen offen halten und, vor allem, jede Verwässerung des Urteils verhindern. Indem jeder von uns seinem gewählten Abgeordneten unmissverständlich klar macht, dass sein Wähler das nicht mitmachen wird:  Wenn seine Partei das tue, verliere er einen Wähler.

Wieder einmal hat sich bestätigt: Mit wenigen Ausnahmen 2) lassen unsere Parteien es laufen, wie es läuft: Kurskorrekturen, notwendige Reformen? Viel zu mühsam.

Fakt ist: Wenn es in den vergangenen Jahren dringend notwendige Korrekturen gegeben hat, wurden die in der Regel durch unsere Gerichte erzwungen – ein politisches Armutszeugnis. Der Bürger registriert das, aufmerksam.

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Kirchveischede, 27. Februar 2019

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Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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1) Wer Attac ist und wer mit Attac verbandelt ist: https://www.attac.de/was-ist-attac/

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2) Die FDP, da federführend Dr. Gero Hocker, ist da aktiv und hat sich vor einigen Monaten auch parlamentarisch des Themas angenommen. Ergebnis: Null. Ausgebremst und totgeschwiegen von allen anderen Parteien. Na ja, die Grünen kann man verstehen  ….

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Das verschwundene Paradies der Jäger

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Was hätte man daraus alles machen können ……. 

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Ich habe gerade auf ZDF neo eine Sendung über die Eiszeit und ihre Kunst gesehen. Das ist zwar alles bekannt, aber immer wieder schön zu sehen, spannend allemal. Vor allem bekommt man sofort wieder den Anstoß, zu denken und die Ergebnisse daraus zu artikulieren. Das haben ich und viele andere zwar war schon zigmal getan, aber man gibt ja nicht auf.

Es gab Alke im Mittelmeer, wie Höhlenbilder zeigen, nordische Vögel also. Längst ausgestorben. Das Gleiche gilt für Mammut, Wollnashorn, riesige Renherden in den damals unendlichen Tundren Europas, eine Welt und Fauna von einer Üppigkeit, ein Paradies für Jäger und damit Menschen damals, von der wir uns heute keine Vorstellung mehr machen können. Nicht umsonst wurde die Kunst im Europa der Eiszeit erfunden, denn die Eiszeit war keineswegs ein irdisches Jammertal. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wer hätte Menschen damals daran hindern können, einfach wärmere Gefilde aufzusuchen? Platz war genug, Grenzen waren unbekannt. Nein, sie blieben hier, in ihrem Paradies, ja wanderten freiwillig von Afrika kommend hier ein.

Nur in relativer Sorglosigkeit lebende, entspannte Gesellschaften, damals hieß das vor allem aller Nahrungssorgen ledig, haben überhaupt die Ressourcen frei, Kunst zu entwickeln, dazu noch in derartiger Vollendung, auf so hohem Niveau wie die Höhlenbilder von Altamira, Lascaux, den Löwenmann vom Geißenklösterle auf der Schwäbischen Alb. Oder sich mit Musik zu beschäftigen, siehe die gefundene Flöte ebenda. Und dieses Niveau über mehr als 20.000 Jahre lang zu erhalten, auch das dürfen wir nie vergessen. Es waren Jäger, und zwar ausschließlich Jäger, die diese Kulturstufe damals erreicht haben.

Und dann kam, vor ca. 12.000 Jahren, die „Klima- Erwärmung“. Ganz ohne Autos, Erdöl und Industrie, ohne den bösen Klimakiller CO2, abrupt, quasi über Nacht, und die ganze Pracht schwand dahin. Keine Gletscher mehr in Skandinavien, in den Alpen und Pyrenäen, der Kontinent dicht bewaldet, was einherging mit nur noch einem Bruchteil der vorherigen Wilddichte und Üppigkeit. Das verschwundene Paradies in den Mythen der Menschen, der Bibel, es muss das eiszeitliche Europa der Jäger gewesen sein.

Stattdessen kam der Ackerbau, mit dem Rattenschwanz an Problemen gesundheitlicher und gesellschaftlicher Art, die wir heute noch kennen. Die Jagd fand nur noch am Rande statt, als Nebenressource und Ergänzung zu Ackerbau und Viehzucht, zur Lebensertüchtigung und Erziehung des Nachwuchses der Oberschicht. Aber man kam klar, man arrangierte sich, man stellte sich den Problemen und machte das Beste daraus. Denn was hilft es, sich an Klagen und Alarm abzuarbeiten, gegen Windmühlenflügel zu kämpfen? Gegen Veränderungen der Umwelt, die sich zig-fach vorher schon ereignet haben, die verursacht werden durch ein ungeheuer schwer zu durchschauendes, hoch komplexes Ursachengefüge, dessen Hauptakteure wie z. B. die Sonne von uns per se nicht beeinflussbar sind? Das bindet nur Arbeitskraft, die man viel besser verwenden kann, um sich mit dem Unabänderlichen zu arrangieren, neue Wege zu finden, statt sich ressourcenvergeudend an Popanzen abzuarbeiten. Es hat ja auch irgendwie immer geklappt, trotz wirklicher, auch stattgefundener Katastrophen. Vor allem in den letzten 50, 60 Jahren hat es gut funktioniert, finde ich.

Es geht uns bestens, verglichen mit dem, was früher war, leben wir vor allem in Europa heute wieder in einem Paradies. Mit all den Folgen der Fettlebe. Es geht uns so gut, dass einige Misanthropen, die anscheinend mit Kunst nichts anzufangen wissen, sogar eine neue Form der Ablenkung gefunden haben: Den Alarmismus. Der praktischerweise für die Berufs- Alarmisten dann auch noch zum Riesengeschäft zu Lasten der Allgemeinheit geworden ist. Der Trick: Die Veränderungen dramatisieren, vor allem möglichst nur einen einzigen Verursacher benennen. Nach dem Waldsterben (dem gerade durch Herrn Remmel nach langer Totenstarre wieder Leben eingehaucht wird, anscheinend gehen ihm die Katastrophen aus), ist es momentan das CO2, Kohlendioxid. Wenn man dann noch dazu ein zufälliges Zusammentreffen von Ereignissen, der Statistiker nennt das  Korrelation oder auch Koinzidenz, zu einem Ursache- Wirkung- Gefüge umdeuten kann, hat man in Deutschland sofort gewonnen. Auch für diesen typischen Fehler oder, wenn absichtlich herbeigeführt, diese Manipulation haben die Statistiker einen Fachbegriff: „Cum hoc, ergo propter hoc“. „(Zeitgleich) mit diesem, also wegen diesem oder verursacht durch dieses.“ Man sieht, das Problem kann nicht neu sein, wenn´s dafür sogar schon einen lateinischen Fachbegriff gibt.

Aber kommen wir zurück zum vergangenen Jägerparadies: Ich stelle mir gerade das Geschrei vor, hätte es damals, zum Ende der letzten Eiszeit, schon die Umwelt- Alarmisten gegeben. Die hätten vor lauter gerechter Empörung garantiert die Erfindung der Schrift um 10.000 Jahre vorgezogen, um das ebenso garantiert menschgemachte, vor allem durch die Jagd verursachte Umweltverbrechen penibel dokumentieren zu können. Praktischerweise macht das gleichzeitig Spendenaufrufe auch viel effektiver …… 1)

Zumindest die frühe Erfindung der Schrift wäre ja mal was gewesen, was die Menschheit vorangebracht hätte.

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Kirchveischede, 19. November 2016

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Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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1) Es ist ja grundsätzlich nichts auszuschließen. Wer weiß, vielleicht finden wir so ein Ding ja irgendwann mal in einer irgendeiner Höhle, 12.000 Jahre alt. Ich persönlich wäre nicht so sehr überrascht.

 

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Die viel zitierte Räuber- Beute- Beziehung

oder

Wie man mit einfachen Methoden seine Gefolgschaft verdummen kann

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Es gibt Menschen, die intellektuell nicht in der Lage sind, mehr als zwei Handlungsstränge oder Handlungskomponenten kognitiv zu verarbeiten. Das ist so. Solche Menschen versuchen, sich ihre Welt in dualen Wirkungszusammenhängen zu erklären. Das sind, man erschrickt, gar nicht so wenige. „Du willst nicht? Ich hau´ dir auf´s Maul“ ist so ein typischer dualer Wirkungszusammenhang.

Dann gibt es Menschen, die durchaus in der Lage sind, auch mehrschichtige Sachverhalte zu erfassen und zu verarbeiten, die intellektuell zumindest im Durchschnitt liegen, aber fatalerweise aus reiner Bequemlichkeit das selbständige Denken aufgegeben, ihre Denkfähigkeit aufgegeben haben. Die suchen sich dann andere, die die Arbeit für sie erledigen, die sie führen. Wenn diese „Führer“ gefunden sind, merken die wiederum schnell, mit welch einfachen Instrumenten und Schlagwörtern solche Herden perfekt manipulierbar sind, und sie verlieren ebenso schnell jede Hemmung, ja empfinden ihre erworbene Führungsstellung irgendwann sogar als völlig natürlich, gottgegeben, rein auf die eigene Genialität zurückzuführen. (Ich   m u s s  einfach perfekt sein, sonst würde doch einem von denen auffallen, welchen strunzdummen Blödsinn ich erzähle). Sie heben dann völlig ab und verlieren jeglichen Kontakt zur Realität.

Trotzdem sind sie noch so weit klar, zu merken, dass es gefährlich ist, die Herde mit allzu diffizilen Gedanken lenken zu wollen. Sie erkennen die Gefahr, dass irgendwann einer aus der Herde auf den logischen Gedanken kommen könnte: „Wenn ich mich schon anstrengen muss, um zu verstehen, was der mir erzählt, dann kann ich ja eigentlich auch selbst wieder anfangen zu denken.“ Das aber ist hochgefährlich für solche Führer: Denken, einmal in Gang gekommen, ist hoch infektiös und führt in unmittelbarer Folge zu kritischer Distanz.

Deshalb werden kompliziertere Erklärungen, also die, die mehr als zwei Komponenten oder Wirkungsstränge aufweisen, unter allen Umständen vermieden. Unter allen!!! Es werden vielmehr so genannte „maximal-zwei-Komponenten- Erklärungen“ vorgesetzt. Die werden von der Herde in der Regel auch bereitwillig und gern aufgenommen, ja dann auch meist als eigenes Gedankengut sogar militant verteidigt. Wir kennen diese Mechanismen alle, aus der Geschichte, aus dem täglichen Leben, sowohl kulturell als auch spirituell.

Das Verblüffende: Verschiedene Erklärungen können sich sogar gegenseitig völlig widersprechen. Solange sie jeweils einzeln serviert werden und/ oder solche Widersprüche zum Numinosum erklärt werden, macht das überhaupt nichts. Das hat schon Goethe erkannt:

Denn ein vollkomm´ner Widerspruch
Bleibt gleich geheimnisvoll für Kluge wie für Toren.
Mein Freund, die Kunst ist alt und neu,
es war die Art zu allen Zeiten,
durch eins und drei und drei und eins
Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.
So schwätzt und lehrt man ungestört,
wer will sich mit den Narr´n befassen?
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
es müsse sich dabei doch auch was denken lassen“
 
(Faust I, Szene „Hexenküche“)

(Der denkende Leser merkt natürlich sofort, auf wen Goethe damals unerhörter Weise anspielte. Aber er war Minister und ein persönlicher Freund seines Potentaten, deswegen ließ man´s ihm durchgehen. Ein Schelm, der Bezüge zur Gegenwart herstellen will!)

Weshalb ich das alles erzähle? Na ja, der konkrete Anlass ist die in NRW vorgelegte „Jagdrechtsnovelle“, ein Machwerk von 110 Seiten, voll mit abstrusem Blödsinn. So zum Beispiel mit dem geplanten weitgehenden Unterbinden der Jagd auf Prädatoren. Vulgo Fuchs, Marder, Dachs, Waschbär. 

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Die Kunst ist alt und neu

Nachdem das geklärt ist, komme ich auf eine solche typische zweikomponentige Erklärung eines in Wirklichkeit hoch diffizilen Phänomens, nämlich dem der Räuber- Beute- Beziehung. Die Erklärung des NABU, des BUND, der „Tierrechtler“ von PETA, seit neuem ja Kampfgenosse der beiden, zu diesem Thema ist immer zweikomponentig: „Die Beute reguliert den Räuber. Punkt. Und umgekehrt. Deswegen brauchen Prädatoren nicht bejagt zu werden. Und Nieder- und Schalenwild auch nicht. Amen!“ Und die gläubige Gemeinde stimmt ein: „Ita est, amen!“ Und wehe, es kommt jetzt jemand daher, der Einwände erhebt: Das kann richtig gefährlich werden, bis hin zu Brandanschlägen, zumindest aber führt es zu einem veritablen Shitstorm und zu übelsten Verunglimpfungen.

Nun zeichnet sich diese schöne Welt ja bekanntlich durch ihre Vielfalt und mannigfaltigen Überraschungen aus, gegen die einfach niemand gefeit ist, selbst wenn man ein festgefügtes, vernunftgeprägtes Weltbild sein eigen nennt. Wie nannte Gerhard Schulze das: „In jedem System ist nichts so gewiss wie der nächste Störfall.“

Beziehungen wie die oben geschilderte, also „die Beute reguliert den Jäger“, sind zwar extrem selten, aber es gibt sie. Tatsächlich! Eine davon will ich kurz vorstellen, die Beziehung zwischen Schneeschuh- Hase und Kanada-Luchs. In Kanada, wie der Name schon vermuten lässt. Hier beträgt der Anteil der Hasen an der Gesamtbeute des Luchses regional bis zu deutlich über 90 %, immer aber weit mehr als 50 %.

Mit ganz erstaunlicher Regelmäßigkeit, meistens in einem Neun- bis Zehn- Jahres- Zyklus, kommt es aber zum fast vollständigen Zusammenbruch des bis dahin stetig anwachsenden Hasenbestandes. Sie sterben einfach massenhaft an ganz profanem Hunger, nachdem der Bestand über neun Jahre stetig gewachsen ist. Trotz lebhafter eigener Vermehrung wegen des üppigen Nahrungsangebots – nach Breitenmoser bis zu acht! Junge in guten Hasenjahren pro Kätzin – kommen die Luchse mit der „Regulierung“ ihrer fast ausschließlichen Beute nicht nach, und die Hasen haben schlicht und einfach ihren Landstrich komplett kahlgefressen. Mit kurzer Verzögerung bricht daraufhin auch Luchsbestand rapide ein. Die einen, weil sie sich so auf die Hasenjagd spezialisiert ist, dass für andere Beute einfach die dafür nötigen Techniken fehlen, die anderen, die auch anders können, deswegen, weil für den hohen Luchsbestand ohne die Hasen schlicht die anderen Beutetiere nicht mehr ausreichen.

Ja, kann man jetzt verstört fragen, da haben die Typen ja Recht? Ja, in diesem sehr seltenen Fall schon. Auch wenn man dabei billigend in Kauf nehmen muss, dass beide Populationen flächendeckend eines unschönen Massentodes sterben, durch Verhungern nämlich, was bekanntlich lange dauert und äußerst unangenehm sein soll. Das so viel zitierte „natürliche Gleichgewicht“ besteht also in diesem Fall in einem zyklischen Fast- Aussterben von Hase und Luchs, gefolgt von einem 9- bis 10- jährigem Wiederansteigen beider Bestände – und das seit vielen Jahrtausenden, ohne Einwirkung durch den Menschen, und, geradezu verstörend für die Jünger der reinen Lehre, auch noch offensichtlich ohne schädliche Auswirkungen auf die Arten Hase und Luchs.

Was ist der Grund dafür? Das ist sehr einfach: Sowohl Beute Hase als auch Beutegreifer Luchs sind strenge Spezialisten, der Hase Habitats- und Nahrungsspezialist, der Luchs Beute-, also ebenfalls Nahrungsspezialist. Profan und westfälisch derb ausgedrückt: „Watt de Buer nich kennt, datt frett hei nich!“ Andere Faktoren spielen bei einem solchen Abhängigkeitsverhältnis keine große Rolle mehr, als da sind Wetter, Klima, alternative Nahrungsressourcen etc.

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Der übergroße Normalfall

Betrachten wir aber jetzt den über- übergoßen Normalfall, in unserer eigenen belebten Umwelt fast ausschließlich zu beobachten. Nehmen wir den Fuchs und seine Umgebung. Er selbst ist alles andere als ein Nahrungs- oder auch Habitatspezialist. Er frisst alles und kommt auch buchstäblich überall zurecht, sogar in U- Bahn- Stationen in London. Normalerweise lebt er zum großen Teil von seiner Hauptbeute, den Mäusen. Nur ist es leider so, dass erstens) nicht jedes Jahr ein gutes Mäusejahr ist, und zweitens) die Zeiten seines höchsten Nahrungsbedarfs, welch ein Zufall, ausgerechnet in die Brut- und Setzzeit fast alles unseres Wildes fällt. Fasanen, Rebhühner, Auer- und Birkwild, Schnepfen, Kiebitze, Wachteln, Großtrappen, Brachvögel, allesamt Bodenbrüter, brüten im Frühjahr, Hasen, Rehe, Karnickel etc. setzen im Frühjahr ihren Nachwuchs.

Beileibe nicht nur in einem schlechten Mäusejahr, da natürlich erst recht, nimmt der Fuchs aber mit großer Begeisterung und Vorliebe die brütenden Hennen, die Gelege, die Jungvögel bzw. die frisch gesetzten und leicht zu erbeutenden Junghasen, Karnickel, da, wo es gelingt, auch Kitze. Der ganz banale Grund: Sie sind viel ergiebiger als Mäuse, sie geben mit einem Beutezug ein Vielfaches an Energie und Fraß für die hungrigen Mäuler im Bau als die flinken, kleinen Nager. Er denkt also so wie wir, streng ökonomisch. Nun kann man dann ja sagen: Na ja, dann geht´s ihm wie dem Kanadaluchs, wenn er seine Umgebung leergefressen hat, sterben er und seine Welpen eben, wo ist das Problem?

Ganz abgesehen davon, dass man sich fragt, wie das Verhungern von Füchsen in Einklang zu bringen wäre mit der Disney- Weltsicht unserer „Experten“: Das Problem ist, dass das eben nicht so ist. Selbst in einem schlechten Mäusejahr und selbst wenn er in seiner erreichbaren Umgebung alles schon erbeutet hat: Der Fuchs hat überhaupt kein Problem damit, auszuweichen, auf „alternative“ Energiequellen (schönes Wortspiel!) umzustellen: Er frisst dann eben Regenwürmer, Insekten, Aas, er besucht die Ortschaften, bricht in Hühnerställe ein, frisst Abfälle, plündert Mülltonnen und säubert Rastplätze. Gammel- Obst, kalte Pommes frites, alte Döner – völlig einerlei. Eines ist sicher, er und sein Nachwuchs verhungern in der Regel nicht.

Nun kann man fragen: Na ja, warum weichen dann Rebhuhn und Co, Hase und Reh nicht aus? Ganz einfach: Weil die es nicht können. Die sind nämlich allesamt weit mehr spezialisiert auf einen oder mehrere Umweltfaktoren gleichzeitig. Nehmen wir einmal das

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Beispiel Rebhuhn.

Rebhühner stammen ursprünglich aus den baumlosen Steppen des Ostens und sind in unsere Breiten eingewandert, als der Mensch ihnen mit Einführung des Ackerbaus im großen Maßstab das benötigte Habitat schuf, durch großflächiges Roden der Wälder, durch Schaffung weiter, weitgehend baumloser, offener Landschaften. Sie waren, wie zahllose andere Lebewesen unserer Breiten, die uns heute als so typische Tiere unserer Landschaft scheinen, ursprünglich hier nicht heimisch, sondern sind Zuwanderer, Neozoen, die nur in unserer Kulturlandschaft überleben können. Löns nennt sie in seinem Buch Da draußen vor dem Tore die „Gefolgschaft der Menschen“ und widmet ihnen eine Kurzgeschichte. Dazu zählen, wer kann es glauben, scheinbar so typische Deutsche wie unser Feldhase, die Wanderratte, der Hamster, das Rebhuhn, der Fasan, die Wachtel, das Rotschwänzchen, unsere Schwalben, der Mauersegler, Girlitz, Lerche, der Steinkauz, viele unserer so vertrauten Fledermausarten.

Rebhühner leben also in der offenen Feldflur, daran sind sie einfach zwingend angepasst; Wald- und Ortslagen fallen für sie völlig aus. Neben dieser Habitat- Spezialisierung sind sie strikte Nahrungsspezialisten: Die Gesperre, die Jungvögel, sind in den ersten Lebenswochen vollständig auf Insekten angewiesen, sie können einfach die pflanzliche Nahrung der Altvögel noch nicht verwerten bzw. brauchen die eiweißreiche Insektennahrung zum Körperaufbau. In Jahren mit einem verregneten, kalten Frühjahr sind daher auch in den guten, alten Zeiten wegen der fehlenden Insekten die Erstbruten fast zu 100 % verloren gegangen.

Jahrhundertelang wurden diese Bedürfnisse durch unsere hier entstandene Kulturlandschaft nahezu perfekt erfüllt, es gab kleinflächige Schläge, vielfältige Frucht. Horizontweite Erntewüsten von jetzt auf gleich, heute die Regel, gab es damals nicht. Zwischen den kleinen Schlägen ein dichtes Netz von Heckenstreifen, die dem Niederwild perfekte Deckung und Nahrung boten, der Grund dafür, dass Rebhühner in dieser Landschaft auch in viel höherer Dichte vorkamen als in ihren Ursprungsgebieten. Die Hecken übrigens nicht angelegt aus einem überbordenden Sinn für Ästhetik, nein, entstanden zuvörderst aus reinem Nützlichkeitsdenken: Hecken setzen Grenzen, gut sichtbar und dauerhaft, nicht umsonst ist „Hecke“ wortverwandt mit „hegen, einhegen“, dem „Hag“. Außerdem lieferten sie Feuerholz, damals extrem wichtig. Aber man merkte auch schnell, dass sie auch sonst nützlich waren: Hecken brechen den Wind, der, heute vergessen, dem Boden ein Vielfaches mehr an Feuchtigkeit entzieht als allein die Sonne. Dazu schaffen sie ein günstiges Mikroklima, d. h. extreme Temperaturspitzen, wie sie in der baumlosen Steppe auftreten, gibt es nicht, ein Umstand, der auch der Feldfrucht zugutekommt.

Vor allem aber wurde schnell erkannt: Sie boten und bieten einer ungeheuren Vielfalt an Lebewesen Schutz und Lebensraum, vor allem der Vogelwelt Brutmöglichkeiten. Die Vögel wiederum sorgten dafür, dass Insekten, viele von ihnen Ernte- bzw. Fruchtschädlinge, so kurz gehalten wurden, dass kein übermäßiger Schadfraß entstehen konnte. Man darf nicht vergessen: Unsere Alten mussten ohne Round up und Bio- und Fungizide über die Runden kommen, und deshalb verbot sich auch von selbst die Anlage großer Schläge: Die insektenfressenden Vögel der Hecken vermeiden es tunlichst, wie wir alle, sich allzu weit von ihren Schutzhecken zu entfernen; sie kennen die Gefahren und ihre Feinde. Das alte System also war das Ergebnis jahrhundertelanger, tradierter Erfahrungen, nie wissenschaftlich erforscht. Aber es funktionierte bestens. Unsere Alten schufen damit ganz nebenbei, ohne erklärte Absicht eine Kulturlandschaft von solcher Vielfalt und Ästhetik, so voller Leben, dass vor allem die Jüngeren unter uns, die das nicht mehr erlebt haben, sich das nicht mehr vorstellen können.

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Moderne Landwirtschaft als limitierender Faktor

Anfang der 1960-er Jahre begann die Landwirtschaft, nicht aus eigenem Antrieb und bösem Willen übrigens, sondern unter dem knallharten Preisdruck des Marktes, also der Konsumenten!, mit lebhafter Unterstützung der EU, ihre Produktionsmethoden zu verändern. Flurbereinigte Großflächen entstanden, die alten Feldraine und Hecken wurden radikal dem Erdboden gleichgemacht. Damit verschwanden die früher vielfältigen Deckungsmöglichkeiten, da, wo es sie noch gab, verinselten sie immer mehr. Das machte es dem intelligenten Räuber Fuchs, aber auch Marder, Dachs, Wiesel sehr viel einfacher, die verbliebenen Deckungsinseln gezielt abzusuchen. *

Das hoch spezialisierte Rebhuhn, so gut wie alle anderen Niederwildarten auch, braucht aber zwingend die alten Habitate, die sich durch die Kombination mehrerer Faktoren definieren und ihm ein Überleben überhaupt erst möglich machen: Deckungsmöglichkeiten, Nahrungsangebot, Mikroklima, Wetter, aber auch ein solch angepasstes Maß an Beutegreifern und Prädatoren, das ein Überleben als Spezies möglich macht.

Verändert sich einer dieser Faktoren kurzfristig, haben sie meist noch kein Problem. Früher, bei optimalem Lebensraum, bot das alte Habitat Nahrung, vor allem Deckung in solcher Fülle und Vielfalt, dass selbst eine Armada von Beutegreifern zumindest kurz- und mittelfristig nicht in der Lage war, alle möglichen Verstecke abzusuchen. Die natürlichen Verluste wurden durch den strikten r- Strategen Rebhuhn wettgemacht. Vor allem eines half ihm: Seine Fressfeinde Fuchs, die Marder, der Dachs, ohne eigene limitierende Beutegreifer wie Wolf, Luchs, Adler, Uhu ohne Regulierung **, wurden vom Menschen immer scharf bejagt. Der hoch begehrten Pelze wegen (Fuchs, Wiesel, Marder), des Wildbrets, des Schmalzes und der Schwarte wegen (Dachs), der Fuchs zusätzlich, weil man sich seine Beutezüge durch die Ställe schlicht nicht leisten konnte. Sie alle wurden dadurch in ihrem Bestand reduziert und habitatsangepasst niedrig gehalten.

Die Gründe lagen nicht darin, dass man irgendwelche Hege betreiben wollte, das kam den Alten gar nicht in den Sinn. Nein, man hatte ganz profane Motive: Naturnutzung (Pelze, Schmalz, Wildbret) bzw. Schadensabwehr. Schadensabwehr am eigenen Nutzvieh, wohlgemerkt! Mit Sicherheit hinzu kam aber auch die reine Freude an der Jagd, am Erfolg, am Beutemachen, dieser uralte menschliche Trieb. Sie hatten auch kein „obrigkeitliches“ Problem damit, denn die Jagd auf das „Raubzeug“, wie es früher genannt wurde, war ihnen aus gutem Grund erlaubt, ja war sogar gewünscht. Sie schufen damit eine Umwelt, ein Gleichgewicht, wie sie uns von unseren „Umweltschützern“ moderner Provenienz immer als leuchtendes Beispiel vorgehalten wird. Deren Schaffung aber die gleichen „Umweltschützer“ heute aus blanker Unkenntnis über die Wirkungskreise der Natur, durch das Verdrängen realer Zusammenhänge, durch das verbissene Verfolgen rein ideologisch motivierter heile- Welt- Utopien so wirkungsvoll verhindern.

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Ursache und Wirkung

So weit also der alte Idealzustand. Ändern sich nun aber zwei oder sogar mehr der vorgenannten Faktoren, sieht die Sache völlig anders aus. Folgendes Szenario: Flurbereinigung, zunächst die Deckungsmöglichkeiten nehmen mehr und mehr ab. Gleichzeitig schwindet durch die damit einhergehende Artenverarmung das Nahrungsangebot, und zwar sowohl bei den Pflanzen als auch bei den für die Jungvögel so wichtigen Insekten. Diese beiden Faktoren allein bringen einen Bestand schon an den Rand des Aussterbens. Kommt jetzt noch hinzu, dass sich die Zahl der potentiellen Beutegreifer nicht nur nicht im gleichen Maße verringert, sondern durch das Nachlassen oder durch die komplette Einstellung der Bejagung sogar noch exponentiell anwächst, erlischt jede Rebhuhn- Population innerhalb kürzester Zeit.

Genauso geht es allen anderen Bodenbrütern, und dazu zählen alle so wichtigen und schützenswerten Arten in Deutschland. Dem Fuchs, dem Dachs, dem Marder, neuerdings Marderhund und Waschbär als Nahrungsgeneralisten macht das viel weniger bis nichts aus: Sie weichen einfach aus. Nicht unbedingt räumlich gesehen, die bleiben, wo sie sind. Nein, auf andere Nahrung. Sie alle kommen sogar auch kurze Zeit mit rein vegetarischer Nahrung aus, vor allem aber bedienen sich an den immer vorhandenen Nagern, an Regenwürmern, an Insekten. Kurz: Sie weichen aus auf andere Nahrungsquellen, vermehren sich sogar noch munter weiter und besiedeln in der Folge auch andere Habitate, der Fuchs, der Dachs, der Marder, die Sauen – die Stadt nämlich. Noch vor 30, 40 Jahren hätte man das nicht für möglich gehalten. Am erfolgreichsten dabei sind wohl Fuchs und Sau. Kurz: Sie sind, im Gegensatz zum Nahrungs- und Habitatspezialisten Rebhuhn, allzeit und überall präsent. Und verhindern damit wirkungsvoll auch fast jede vom Menschen betriebene, so gut gemeinte Wiederansiedlung. Denn Fuchs, Marder, Waschbar, Sau & Co nehmen diesen Neubesatz dankbar und zu 100 % als kostenloses zusätzliches „Leckerli“ zu ihrer gewohnten Kost mit. Und auch Mieze jagt, trotz zunehmender Erfolglosigkeit, unverdrossen weiter, aus purer Freude. Sie kann sich das leisten, denn nach des Tages Mühen wartet abends auf jeden Fall die volle Schüssel Kitekat.

So und nicht anders funktioniert das. Bei den anderen Wildarten, beim Birk- und Auerwild, bei Schnepfen, Trappen und Brachvögeln sind es teilweise jeweils andere Umweltfaktoren, aber die Wirkungsweise in toto folgt stets dem beschriebenen Muster. Prof. Dr. Paul Müller hat diese von vielen seiner Kollegen in vielen Jahren und unter vielen Mühen gewonnenen Erkenntnisse zusammen mit seinen eigenen Forschungsergebnissen in lesenswerter Form ausführlich zusammengetragen („Unter Räubern“). Ganz Hartgesottene können sogar seine zahlreichen zitierten Quellen zusätzlich hinzuziehen, sie werden immer wieder auf die gleichen empirisch ermittelten Ergebnisse stoßen.

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Die interne Interessenkollision

Nun sollte man ja unterstellen, dass diese Zusammenhänge den Chefs des NABU, des BUND bekannt sind. (PETA und andere „Tierrechtler“ lasse ich jetzt mal ausgeklammert, denen traue ich diese kollektive sagen wir Ignoranz durchaus zu.) Wenn nicht, wäre das ein Trauerspiel für diese selbst ernannten „Experten“. Wir tun also so, als wüssten sie´s. Und sie beweisen es auch tagtäglich, denn auf NABU- eigenen „gestifteten“ Flächen und Biotopen wird nichts so eifrig betrieben wie die Fallenjagd auf Prädatoren. Das wird allerdings der Öffentlichkeit sorgsam verschwiegen, ja abgestritten. Aus gutem Grund: Sie sammeln ja ihre Gelder ein mit dem Argument, dass man die bösen Jäger aus den Revieren heraushalten müsse, die Natur regele das alles von allein. Da kann man die Leute schlecht mit der Nase darauf stoßen, dass man entweder Blödsinn geredet oder vorsätzlich gelogen hat. Denn die Natur lässt ihre „Schützer“ eben doch im Stich, vor allem dann, wenn sie erwiesen ahnungslos sind.

Fest steht: Ein gesunder Niederwildbestand ist ohne scharfe Prädatorenbejagung völlig illusorisch. Punkt. Will ich aber weiter Gelder einwerben, muss ich Erfolge nachweisen. Also: Fallenjagd mit allem Zipp und Zapp, inclusive Totschlagfallen. Geld bedeutet politischen Einfluss und in unmittelbarer Folge mehr Geld – ein perpetuum mobile. Der Firmenzweck ist längst nicht mehr der Naturschutz, der ist nur noch Mittel zum Zweck und teilweise sogar dem Unternehmensziel hinderlich. Damit stehen eben diese Interessen zwar im diametralen Gegensatz zu den rein idealen Motiven ihrer Basis, aber das hält man aus in den Chefetagen. Es werden einfach Nebelkerzen geworfen und alle möglichst beschäftigt.

Das große Problem der NABU-, BUND- Basis ist also ihre kollektive Naivität, ihre gehorsame Gefolgschaft, ihre konstante Verweigerung, selbst mit dem Denken anzufangen. Siehe oben. Obwohl: Einige Kreisverbände gehen mittlerweile auf offene Konfrontation zum Kurs ihrer Obrigkeit. Genau das erklärt auch die Hektik, die brachiale Gewalt, mit der z. B. die „Jagdrechtsnovellen“ in Baden- Württemberg, in NRW jetzt durch die Parlamente gepeitscht werden sollen: Sie müssen schnell sein und ihre Pfründe sichern, bevor die Rebellion um sich greift.

Und was haben sie zu verteidigen? Etwas ganz Verlockendes: Politischen Einfluss und damit Geld, ihre üppigen Gehälter. Schließlich müssen sie einen veritablen Kuchen von derzeit 34 Mio. p.a. (nur NABU!, der BUND ist bei der Offenlegung seiner finanziellen Strukturen schon weit „konservativer“) irgendwie auf die Funktionärsebene verteilen. Und, neben der bestehenden Tatsache der Verschwägerung des Herrn Remmel mit dem NABU, glaube keiner, dass ein Herr Sticht, ein Herr Tumbrinck in NRW sich nicht allzu genau der Tatsache bewusst sind, dass sie in der freien Wirtschaft niemals einen auch nur annähernd so gut dotierten und einflussreichen Posten bekämen. Selbst die tolerantesten Aufsichts- oder Verwaltungsräte verlangen üblicherweise zumindest rudimentäre Qualifikationsnachweise. Und deswegen wird es ihrer Meinung nach Zeit zum Finale. Ziel ist die vollständige, durch das Parlament abgesegnete Kontrolle über Umwelt, Natur, über jede zukünftige größere Investition. Denn dann kommt die Keule „Verbandsklagerecht“ völlig ungehemmt zum Einsatz, sozusagen monopolisiert. Mitsamt Rückzug der Klagen gegen eine „gemeinnützige Spende“ im sechs- bis siebenstelligen EURO- Bereich.

Wenn man so will, ist diese „Novelle“ die Demontage des aus Jägersicht vielleicht nicht perfekten, aber immerhin praktikablen bestehenden Landesjagdgesetzes von Klaus Matthiesen und Friedhelm Farthmann, beide altes SPD- Urgestein. Die wiederum haben aufgebaut auf der Arbeit von Otto Braun, SPD- Ministerpräsident von Preußen und alleiniger Schöpfer des Reichsjagdgesetzes, abgesetzt und verfolgt von den Nazis.

Wenn man so will, arbeiten NABU, BUND und Grüne am „Reichsermächtigungsgesetz“ in Neuauflage.

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Kirchveischede, 18. September 2014

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Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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* Heute haben wir es mit einem viel gravierenderen Problem zu tun: Ausgerechnet die Grünen, der NABU, der BUND sorgen mit ihrer völlig verfehlten und kurzsichtigen Tana- Land- Politik (und sie machen längst Politik, siehe Remmel und die hilflos-panische SPD in NRW) dafür, dass dieser Trend noch mehr verstärkt wird: Bio- Mais wird angebaut, hoch und höchst profitabel, subventioniert in Milliardenhöhe dank Grün- Rot, die profitierenden Unternehmer sind größtenteils bestens grün-rot- verdrahtet. Lebensmittel werden im reichen Deutschland im großen Maßstab verstromt, während die Dritte Welt hungert. Man kann es nicht oft genug erwähnen: Schuld an den Hungertoten sind die Experten von BUND, NABU et alii sowie der politische Arm, die Grünen. Sie alle haben kein Problem damit, und es gibt auch keinen Aufstand in unserer Presse: Die Redaktionen sind längst gleichgeschaltet.  

** Es war damals landesherrschaftlich zentrale Aufgabe, die Bevölkerung von allen äußeren Bedrohungen freizustellen; das gehörte zum Selbstverständnis eines jeden Herrschers, war im Zeitalter von Feudalismus und Lehnswesen wesentlicher Bestandteil des „Gesellschaftsvertrages“, wie man heute sagen würde  (die Leistung des Zehnt gegen persönlichen Schutz, die „Munt“). Schon Karl der Große begann damit, in seinen Grafschaften zentral koordinierte, jährliche Wolfs- und Bärenjagden verbindlich vorzuschreiben. 

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„Natürliches“ oder „ökologisches Gleichgewicht“

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Ein wahrhaft erschlagender Begriff!! Überaus eifrig in Gebrauch, ist er die Totschlag- Keule unserer Weltenretter, mit denen sie jeden Einwand gegen ihre Visionen und Utopien wirkungsvoll abwürgen. Und sie machen eifrig Gebrauch davon!! Zunächst einmal: Es besteht Einigkeit darüber, dass „natürliches“ und „ökologisches Gleichgewicht“ als Synonyme verstanden werden und im sprachlichen Gebrauch sind. So werde ich im Folgenden beide Begriffe verwenden und dabei dasselbe meinen.

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Was ist denn nun das ominöse „natürliche Gleichgewicht“? 

Wie ist es definiert, nach welchen Regeln und Messgrößen (die dann ja allgemein anerkannt sein müssten, nebenbei bemerkt)? Und wer definiert es? Das sind ganz einfache Fragen. Und niemand kann sie bündig und abschließend beantworten, auch der renommierteste Wildbiologe und Umweltforscher nicht. Jeder macht sich sein eigenes „ökologisches Gleichgewicht“ und verteidigt es verbissen gegen jeden Angriff.

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Aber wer  sollte denn am „ökologischen Gleichgewicht“ etwas auszusetzen haben?  

Grundsätzlich alle und jeder! Aber immer nur an dem des jeweils anderen. Denn das „ökologische Gleichgewicht“ eines NABU-, BUND- oder Grünen- Funktionärs z. B., die die ausufernden Bestände des Kormorans in Europa mit Zähnen und Klauen gegen jede Regulierung verteidigen, deren „ökologisches Gleichgewicht“ also ist ein völlig anderes als z. B. das der Fischbiologen und Angler, die ihre jahrzehntelange Arbeit durch ideologische Haltebefehle vernichtet sehen. Ihr „ökologisches Gleichgewicht“ ist das vor dem Massenauftritt der Kormorane, und auch sie wissen das bestechend logisch zu begründen.

Das „ökologische Gleichgewicht“ mancher Forstbeamten und Waldbauern z. B., die ja bekanntlich völlig wildfreien Wald für erstrebenswert halten, weil das natürliche Verbeißen des Rehwildes ihre Ertragsrechnung negativ beeinflusst, ist ein völlig anderes als das des Jägers, erst recht des Überhege– Jägers, die der Meinung sind, dass ein angepasster Wildbestand (Jäger) bzw. ein möglichst hoher Wildbestand (Überhege- Jäger) natürlich ist.

Das „ökologische Gleichgewicht“ von Singvogel- Liebhabern unterscheidet sich grundlegend von dem „natürlichen Gleichgewicht“ der Elstern- und Katzenfreunde.

Was lernen wir also aus all dem? Die einfache Tatsache, dass ein entscheidendes Kriterium zur Definition des „ökologischen Gleichgewichts“ der jeweilige Standpunkt, die jeweiligen persönlichen Prämissen und Wertmaßstäbe des Definierenden ist. Einstein hat das glänzend bewiesen: Alles ist relativ, es kommt halt immer auf den Standpunkt an. Man kann auch sagen: Wes Brot ich ess´, des Lied ich sing´.

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Gibt es denn noch andere Kriterien?

Aber sicher. Unzählige. Zum Beispiel die zeitlich bestimmten. Das „ökologische Gleichgewicht“ vor 100 Jahren etwa war ein völlig anderes als das „ökologische Gleichgewicht“ heute. Weil sich die Wertmaßstäbe geändert haben, natürlich. Weil sich der Kenntnisstand der Wissenschaft weiterentwickelt hat, natürlich. Weil die öffentliche Wahrnehmung sich geändert hat, siehe unser Disneyworld- Phänomen. Weil die Medien einem gewissen Hype nachhängen, Geschäft ist Geschäft. Und sehr wahrscheinlich wird das in 100 Jahren nicht anders sein.

Dann gibt es noch regional bestimmte. Und klimatisch definierte. Und und und ………

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Aber wenn es so viele Arten, Ausprägungen, Definitionsmöglichkeiten gibt, wer blickt denn da noch durch? Und gibt es so etwas wie das „ökologische Gleichgewicht“ als gültigen Begriff denn überhaupt? 

Ja sicher. Aber immer nur für diese Sekunde. An diesem Ort. Nirgendwo anders sonst, zu keiner anderen Zeit sonst. Nur hier, jetzt. Oder, anders ausgedrückt: Was hier gerade bestens funktioniert, kann einen Kilometer weiter ein völlig anderes Aussehen, andere Komponenten und Akteure haben. Und immer sind alle Komponenten und Akteure Bestandteil dieses Gleichgewichts, also auch wir! (s. weiter unten) Und im nächsten Augenblick existiert wieder ein neues „ökologisches Gleichgewicht“. Weil gerade die riesige, 400 Jahre alte Buche vom Sturm gefällt wurde und ein riesiges Loch im Bestand geschaffen hat. Sie fällt aus, von jetzt auf gleich, als Nahrungsproduzent (Bucheckern), als Lebensraum und Symbiose- Partner.

Weil ich vielleicht gerade ein Reh geschossen habe, damit eine Lücke geschaffen habe, auf das alle anderen Biotop- Nutzer und das Biotop selbst im Umkreis reagieren. Und sie müssen reagieren, es geht gar nicht anders. Sie tun das, sofort, unbewusst, immer. Und schaffen damit, ohne das zu wissen oder zu wollen, sofort ein bestens funktionierendes, neues „ökologisches Gleichgewicht“. Indem die unzähligen groben, feinen und feinsten Determinanten, Stellgrößen umgehend aufeinander reagieren, sich neu aufeinander einstellen und korrigieren; sie „wechselwirken“, wie die Physiker das nennen. Wie? Ganz einfach:

Der Jäger, der gerade das Reh erbeutet hat, stellt seine Jagdaktivitäten an dieser Stelle für eine Zeit ein, der Jagddruck ist damit schlagartig zumindest für eine Zeit beendet, Entspannung tritt ein mit allen Verhaltensänderungen und deren Folgen auf die Umgebung. Es wird für eine Zeitlang woanders gejagt, sowohl vom gerade erfolgreichen Jäger als auch von anderen, denn das „Bestandsreh“ ist ja weg. Ein Jungbaum, der sonst verbissen worden wäre, wächst auf, mitsamt seinen unmittelbaren Symbiosepartnern, Pilzen, Flechten, Moosen, Insekten, Insektenfressern, Fressern von Insektenfressern. Später dann rückt ein anderes Reh nach an die Stelle des geschossenen. Usw. usw.

Und die ganze Zeit existiert diese schöne Welt weiter. Mit immer neuen „ökologischen Gleichgewichts- Zuständen“, jede Sekunde, überall. Die alten Griechen bezeichneten das mit dem Satz „panta rhei“ – alles fließt.

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Ein Beispiel

Schauen wir uns einmal folgende Geschichte an: Im Ruhrgebiet, ich stamme daher, hat es bekanntlich einen der gravierendsten Umbauten an der Landschaft in der Geschichte der Menschheit gegeben, über mehr als zwei Jahrhunderte. Und immer entstanden neue „ökologische Gleichgewichte“, mit jedem Fluss, der begradigt wurde oder als Kloake Verwendung fand. Mit jeder Wald-, Wiesen- oder Ackerfläche, die zugebaut und zubetoniert wurde, als Zeche oder sonstige Industrieanlagen. Verschwand das Leben?

Nein. 

Aber es veränderte sich, genauer gesagt, es veränderte sich die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaft von Pflanze und Tier; einzelne Mitglieder verschwanden völlig an diesem Standort, andere wanderten zu. Aber Leben war immer da.

Dann verschwand die Industrie. Zechen, Kokereien, Stahlwerke mitsamt ihren Halden und riesigen Freiflächen wurden aufgegeben. Natürlich fanden sich keine industriellen Nachnutzer, die Flächen und Anlagen lagen brach, teilweise Jahrzehnte lang. Niemand beachtete sie. Die Menschen im Ruhrgebiet sind damit aufgewachsen und empfanden sie als normal, die „Umweltschützer“ fanden, dass damit kein Staat zu machen und vor allem keine Gelder zu sammeln seien. So kam es, dass diese Flächen sich unbemerkt, völlig auf sich allein gestellt und unbeeinflusst, von Brachflächen mit ihrem typischen „ökologischen Gleichgewicht“ über Ruderalflächen mit ihrem typischen „ökologischen Gleichgewicht“ zu den heutigen Trocken- und Feuchtbiotopen mit ihren jeweilig typischen „ökologischen Gleichgewichten“ entwickeln konnten.

Vor ein paar Jahren wurde man in „Naturschützer“- Kreisen dann auf diese Flächen aufmerksam. Die waren völlig perplex – das alles ohne Planung durch uns Übermenschen? Aber nach der ersten Schreckstarre kam prompt, was kommen musste: Die aggressive Forderung nach sofortiger Unterschutzstellung, natürlich unter ihrer Aufsicht, steuerfinanziert. Mit der Folge natürlich, dass damit das jetzige „ökologische Gleichgewicht“, die Pflanzen- und Tiergesellschaften in ihrem jetzigen Status „eingefroren“ werden. Ohne jede Chance, sich weiterzuentwickeln. Tja, so geht´s natürlich auch.

Das Gleiche passiert im Übrigen tagtäglich in unseren Kulturlandschaften – durch Nutzung der Flächen, Pflege der land- und forstwirtschaftlichen Kulturen, durch regelmäßige Ernten und Wiederanpflanzungen wird der Zustand der Kulturlandschaft künstlich erhalten. Wie es zum Beispiel großflächig auch in der auf weite Strecken nicht mehr in der alten Form (Schnuckenbeweidung, Plaggenwirtschaft) genutzten Lüneburger Heide geschieht. Mit einem Unterschied zur wirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft allerdings: Hier muss der Steuerzahler Geld in die Hand nehmen, es werden keine Erträge mit der Landschaftspflege erwirtschaftet, wie Land- und Forstwirte das tun, in solchen Fällen kostet die Landschaftspflege sogar erhebliche Steuergelder.

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Misanthropie? Oder doch nur Geschäft? 

Was ich mit alldem sagen will: Wir Menschen, das unterschlagen diese Öko- Päpste/innen regelmäßig, wir Menschen sind ebenfalls Bestandteil, Akteure dieser Ökologie, dieser Welt. Sicher, wir verändern unsere Umwelt, um sie für uns besser nutzbar zu machen. Aber nicht nur wir tun das.

  • Einzeller tun das. Vor etwa 2,5 Milliarden Jahren veränderten die sich massenhaft im Wasser verbreitenden Vorläufer der heutigen Cyanobakterien die Lebensbedingungen auf der Erde entscheidend. Sie „erfanden“ die Nutzung des Sonnenlichts zur Photosynthese und setzten als Abfallprodukt massenhaft Sauerstoff (O2) frei, ein hoch reaktives Gas. Diese Zufuhr von Sauerstoff führte natürlich zu einer entscheidenden Veränderung der Atmosphäre, und zwar von einer vorher sauerstofffreien hin zu einer stark sauerstoffbetonten Atmosphäre. Das wiederum führte zum Massensterben der damals existierenden anaeroben Lebensformen. Ohne diesen freien, also chemisch nicht gebundenen Luft-Sauerstoff aber wäre das Leben in seiner heutigen Form gar nicht erst entstanden. Und unsere Eisenerz- Lagerstätten, ganz nebenbei bemerkt, auch nicht. Immerhin das Zeugs, das unsere Industrialisierung ermöglicht hat.
  • Elefanten tun das, indem sie einfach massenhaft Bäume umstürzen, um an das begehrte Laub zu kommen mit der Folge, dass, zumindest regional, Savannen- Landschaften sich umwandeln in Grassteppen.
  • Rehe und Elche tun es mit ihrem Verbiss an aufkommenden Bäumen, nicht aus Bosheit, sondern um ihre ökologische Nische, nämlich durch Sturm oder Brand geschaffene baumfreie Flächen mit ihrer Randvegetation, auf die sie angewiesen sind, so lange wie möglich zu erhalten. Das Verhalten ist ihnen einfach angeboren, es liegt auf ihren Genen und im System, im Regelkreis.
  •  Vor allem Biber tun das. Wenn sie ein Bachtal aufstauen, vernichten sie ganze Ökosysteme – angefangen von Mäusen, sonstigen erdbewohnenden Nagern, Insektenfressern wie Maulwürfen (streng geschützt!) und Spitzmäusen, Insekten selbst, kurz, alles, was unter der Erde lebt und nicht ausweichen kann. Dazu kommen noch die Pflanzenpopulationen, vor allem die sonst hysterisch geschützten Feuchtwiesen, Weichholzauen etc.. Die dann noch dazu als Nahrungsbasis für eine Vielzahl unseres Wildes wegfallen – Rehe, Hasen, Rotwild u. v a. m.
  •  Und, natürlich, Menschen tun das. Und schaffen damit permanent andere „ökologische Gleichgewichte“, mit immer anderen Tier- und Pflanzengesellschaften, eine schöner und ästhetischer als die andere, alte. Hermann Löns beschreibt das sehr anschaulich in seiner Erzählung „Die Gefolgschaft des Menschen“.

Um eines klar zu machen: Niemand kann mehr ernsthaft wollen, aus reinen Profitgründen mit Räumbaggern und dergleichen mehr großflächig und gedanken- und bedenkenlos durch unsere Landschaften zu planieren. Es besteht auch keine Notwendigkeit mehr, großflächig z. B. Moor-, Feuchtgebiete trockenzulegen, um Anbauflächen zu gewinnen, in früheren Zeiten eine Frage des Überlebens. Und über das Thema, Flüsse, Umwelt an sich aus reinem Profitstreben zu verseuchen, brauchen wir gar nicht mehr zu reden; die Theorie der Verfügungsrechte gibt einen interessanten Blick auf das Thema. Der Mensch geht heute sorgsamer vor, wägt das Für und Wider, Vor- und Nachteile ab; die Allgemeinheit ist sehr viel wachsamer geworden, die Einstellung, dass das Land, die Umwelt allen gehört, hat Eingang gefunden ins öffentliche Bewusstsein. Aber selbst wenn wir es weiter täten: Die Natur käme damit spielend klar, sie hat wahrhafte Katastrophen weggesteckt, da kann sie über unsere Spielereien lachen.

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Nur Geschäft!

Weil eine zunehmend militant agierende Interessengruppe es geschafft hat, aus diesem Gemenge aus Unsicherheit, Angst und fehlender Information ein hoch lukratives Geschäftsfeld zu entwickeln, das es natürlich mit allen Mitteln zu verteidigen gilt. Mit hoch professionellen Strukturen, durch 1.000 Prozesse gestählt, stemmen sie sich reflexartig gegen jede Veränderung unserer Umwelt, immer mit dem Totschlag- Argument der „Störung des ökologischen Gleichgewichts“. Das sie praktischerweise vorher selbst definiert haben. Und wir, die mittlerweile massiv Gegängelten, wir selbst haben ihnen bereitwillig das nötige Gängelungs- Instrumentarium an die Hand gegeben, sie parlamentarisch abgenickt – Recht auf Verbandsklage, andere teils völlig hirnrissige Gesetze und Durchführungsverordnungen.

Die Folgen davon sehen wir tagtäglich. Nicht ein einziges größeres Investitions- Vorhaben, sei es noch so sorgfältig geplant und noch so sehr durch geltendes Recht gedeckt, geht ohne Klage oder wenigstens Androhung einer Klage durch – die dann oft genug nach Zahlung einer „freiwilligen Spende“ in Millionenhöhe zurückgezogen wird. Davon gehen dann 20 % in irgendeine obskure „Ausgleichsmaßnahme“, die anderen 80 % landen auf den entsprechenden Gehaltskonten. Für den Investor aber immer noch billiger, als jahrelang durch alle Verwaltungsgerichts- Instanzen prozessieren zu müssen, oft genug auch noch konfrontiert mit tendenziell grün- rot angehauchten Behörden, vor allem zeitgeistgerecht grün durchtränkter Presse.

Diese „Umweltschutz- Manager“ gehen dabei mit einer so überheblichen Arroganz, einem so dreisten Anspruchsverhalten an die Öffentlichkeit und vor die Gerichte, dass manche Unternehmer sich vor dieser Chuzpe die Augen reiben und einige sie sich glatt zum Vorbild nehmen. Ganz sicher gab es Zeiten, in denen entschlossener Widerstand nötig war, um flächendeckenden, massivsten Umweltzerstörungen Einhalt zu gebieten – ich denke hier an die 50er, 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Aber diese Zustände sind längst abgestellt, und es wird höchste Zeit, wieder zu einer realistischen Betrachtung der Welt und ihrer Entwicklung zurückzukommen.

Diese Experten unterschlagen konsequent eine Tatsache, die auch die Öffentlichkeit sich nicht klar genug macht: Der Mensch steht nicht über dieser Natur (wo habe ich den Satz bloß gehört?), er ist nicht ihr Herr, der ohne Rücksicht auf andere und auf Kosten anderer bedenkenlos Raubbau treiben sollte. Das ist eine Binsenweisheit. Aber er ist auch kein Alien, das von Alpha Centauri auf die Erde gekommen ist, sondern er ist Bestandteil dieser Natur, dieser Umwelt, mit allen Rechten, die jedes Mitglied daraus ableiten darf. (Auch das zur Jagd, nebenbei bemerkt.)

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Die Natur

Ja, die Natur und Rechte. Rechte haben wir in ihr alle. Nur Pflichten nicht. Jedenfalls nicht per se. Pflichten nämlich, das ist das Danaergeschenk von Mutter Natur, Pflichten werden keinem auferlegt, im Umgang mit der Natur kann man sie sich allenfalls selbst auferlegen. Eine Pflicht setzt eine allgemein akzeptierte Regel, eine Erwartungshaltung der Umgebung, der Gesellschaft an das individuelle Verhalten voraus. Genau darauf verzichtet die Natur völlig. Sie lässt gewähren, gibt uns uneingeschränkte Freiheit zur Entscheidung – und reagiert dann. Gelassen, aber knallhart, ohne Vorwarnung und Kulanz. Sie serviert uns die Rechnung und treibt sie ein, sofort oder später, ohne jede Nachsicht, und die Konsequenzen sind zu tragen. Unsere bewährte Freundin, die Flucht in bequeme Lethargie, in Passivität, hilft allerdings auch nicht weiter. Denn die Konsequenzen aus dem, was man nicht tut, also unterlässt, die gehören ebenso dazu, auch darüber müssen wir uns im Klaren sein.

Deswegen auch der Begriff „Danaergeschenk“: Natur warnt nicht vor eventuellen Folgen, weder uns noch sonst wen, es gibt auch keine der heute so beliebten Geld- zurück- Garantien. Das ist die Kehrseite der begehrten Medaille „uneingeschränkte Entscheidungsfreiheit“. Weil sie, die Natur, keine Unterschiede macht zwischen dem Menschen und sonstwem. Wir sind für sie ein Mitglied der Mischpoke. Ein mehr als alle andere ungebärdiges, oft bedenkenlos zerstörerisches, sehr effizient wirkendes, intelligentes Mitglied – aber eben ein Mitglied. Ein ungezogenes Kind, wenn man so will. Mit einer Mutter, der Natur, die in puncto Nachsicht so gar nichts gemein hat mit unseren biologischen Müttern.

Natur reagiert über Regelkreise, egal wie, ob zum vermeintlich Guten oder zum vermeintlich Schlechten hin. Und was gut oder schlecht ist, das stellt sich meist erst lange, lange nach dem Eintritt der Folgen heraus, es ist darüber hinaus auch noch abhängig vom Zeitgeist, von der persönlichen Einstellung zu den eintretenden Ergebnissen und Veränderungen. Und, wie so oft bewiesen: Natur macht aus vermeintlichen Ruinen Paradiese, aus vermeintlich „unwiederbringlich Zerstörtem“ wahre Juwele; sie braucht nur ihre Zeit, und sie nimmt sie sich. Man muss eben Geduld haben. Und die Fähigkeit und Bereitschaft, diese Paradiese auch zu erkennen und anzunehmen. Siehe die Lüneburger Heide. Sie war jahrhundertelang als Ödnis verschrien, als langweilige, unfruchtbare Wüstenei. Bis sie, bezeichnenderweise vom Wohlstandsbürger des beginnenden Industriezeitalters, als faszinierende Landschaft entdeckt wurde und „in Mode“ kam, allerdings auch prompt wieder ins romantisierende Klischee gepresst wurde.

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Planung und Zukunft 

Planung bezieht sich auf die Zukunft, vor allem auf die entferntere. Es gibt keine Planung für die Vergangenheit, höchstens mehr oder weniger genaue Beschreibungen, mehr oder weniger nachvollziehbare Erklärungen für das, was geschehen ist. Es gibt auch keine Planung für die Gegenwart, nur Aktion, im günstigsten Fall als gerade umgesetzte Planung. Der Mensch jedenfalls ist, zumindest nach allem, was wir wissen, auf dieser schönen Welt die einzige Spezies, die sich über die Auswirkungen ihres Tuns im Voraus ein ungefähres Bild machen kann bzw. es zumindest bei gutem Willen machen könnte und sollte, und zwar auch für die entferntere, nicht nur die unmittelbare Zukunft. Wir sind damit in der Lage, zukünftige komplexe Handlungsstränge und Ereignisabfolgen und ihre voraussichtlichen bzw. beabsichtigten Auswirkungen gedanklich vorwegzunehmen –  die klassische Definition des Wortbegriffs „Planung“.

Allerdings mit der Einschränkung, dass mit steigender Komplexität von Handlungsabläufen, zum Beispiel mit steigender Anzahl der Protagonisten und damit miteinander verwobener und jeweils aufeinander einwirkender Handlungsstränge, das Endergebnis immer unberechenbarer wird; die Anzahl der potentiell möglichen Ergebnisse wächst exponentiell mit jedem Akteur, jedem Interesse, jedem Faktor (vor allem dem Faktor Zeit!), der hinzukommt.

Das erklärt auch, warum unsere Wirtschaftsweisen jede gestellte Prognose zur Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage mit schöner Regelmäßigkeit spätestens ein halbes Jahr nach Stellung derselben wieder revidieren müssen, natürlich bestens begründet mit Entwicklungen, die man einfach nicht voraussehen konnte. Planwirtschaft, das war der historische Irrtum des Kommunismus, funktioniert schon in der Volkswirtschaft nicht, geschweige denn in der Natur.  Aber man versucht es immer wieder. Und, unfassbar, man bezahlt ein irres Geld dafür.

Clausewitz hat das in seinem Werk „Vom Kriege“ so zum Ausdruck gebracht: Ein Krieg ist so lange planbar, bis der erste Schuss gefallen ist. Bis dahin kann man sich behelfen mit statistischen Wahrscheinlichkeiten, die rechnerisch so schön darstellbar sind. Und stehen Zahlen da, gibt uns das Sicherheit. Vergessen wird nur, dass diese exakten Zahlen in Wirklichkeit eben nur Wahrscheinlichkeiten darstellen. Wahrscheinlich aber, das sagt schon das Wort, ist keineswegs sicher. Mit dem ersten Schuss im Krieg, mit dem ersten tatsächlichen Ereignis einer geplanten Aktion übernimmt dann die Realität das Ruder. Und genau deswegen ist das Leben so schwer. Und so spannend und schön. Trotzdem, in gewissen Grenzen können wir planen, und wir können damit zumindest theoretisch, entsprechende geistige Kapazitäten vorausgesetzt, die Folgen unseres Tuns und Lassens voraussehen – oder zumindest ahnen. Wenn diese wahrscheinlichen Folgen dann auch oft verdrängt werden.

Aber selbst, wenn wir es ahnen, schlimmer noch wissen, wir versuchen es trotzdem oft genug. Motto: Es wird schon gut gehen. Genau das aber hat Murphy mit seiner resignativen Ansage widerlegt:  Alles, was schiefgehen kann, geht garantiert auch schief. Man sieht, zumindest homo sapiens sapiens verfügt rein theoretisch über alle denkbaren Instrumente zur Beherrschung seines Lebens. Meistens verstauben sie aber ungenutzt in irgendeiner Ecke der Hausbibliothek.

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Tiere und Planung

Kommen wir jetzt zu unseren Tieren. Fest steht: Tiere kennen weder Murphy noch haben sie generell diese Fähigkeit bzw. sie haben sie nur für relativ einfache Abfolgen. Ich habe das an anderer Stelle ausgedrückt mit dem Satz: Tiere leben nie im Konjunktiv. Sie tun also einfach, was sie tun, oft impulsiv, manchmal auch in Bezug auf kurzfristige, unmittelbare  Ziele erstaunlich durchdacht und geplant, siehe das Jagdverhalten von Rudeljägern wie Wölfen, afrikanischen Wildhunden, Hyänen. Dieses hoch komplexe, ausdauernd auf ein Endziel gerichtete und dabei situationsangepasst flexible Verhalten unter Beachtung und Miteinbeziehung der Aktion der Mitjäger!  ist nicht durch Instinkt zu erklären, sondern nur durch hohe individuelle Intelligenz.

Immer aber tun Tiere das, was sie tun, ohne irgendwelche langfristige Folgen zu bedenken, bedenken zu müssen oder zu können. Sie agieren, sie tun, sie verändern. Was dann passiert, nenne ich den initiierten Zufall. Eine Kausalkette beginnt, die man in ihrer ungeheuren Komplexität einfach nicht bis in die Details voraussehen, geschweige denn planen kann. Es geschieht einfach, was geschieht. Alles, was Du zur Vermeidung hättest machen können, hättest Du schon vor langer Zeit tun müssen. So sieht sie das auch, die Natur, und sieht völlig ungerührt dem zu, was gerade abläuft. Wenn es möglich ist, repariert sie. Ihre Instrumente sind dann vielfältig und fast genauso unberechenbar – das reicht von leichten Korrekturen bis hin zum lokalen oder auch kompletten Aussterben ganzer Arten. Das Motto ist: Tue was Du willst – und trage die Folgen. Das ist eine Binsenweisheit. Bisher hat das Geschäft immer gut funktioniert, seit vielen Millionen Jahren.

Seit einiger Zeit jedoch gibt es ernsthafte Versuche, den Menschen aus diesem Regelkreis zur Gänze herauszunehmen, weit über die Verpflichtungen hinaus, die ihm seine Fähigkeit zum Planen sowieso schon vorgibt. Vor allem aber dieses „Alles-ist-gut,-nur-der-Mensch-ist-schlecht“- Getue geht einem auf die Nerven. Das Muster ist immer das Gleiche:

Wenn ein Wolfsrudel einen Rothirsch reißt, ist das geradezu toll – wenn ein Jagdmensch einen Rothirsch schießt, ist das neandertaloides Gehabe. Wenn ein Teichwirt ein Wiesental flutet, um einen Karpfenteich anzulegen, ist das mutwillige Zerstörung der Landschaft und, natürlich, Störung des „ökologischen Gleichgewichts“, denn „es saufen ganze Maulwurf- und Hamsterpopulationen, Pflanzengesellschaften ab“ – wenn ein Biber das tut, ist das Natur pur und wird geradezu hysterisch bejubelt.  Wenn Jäger in Holland jagen gehen wollen, ist das krank – wenn Naturschutzverbände in Oostvardersplassen über Jahre hin Hunderte von Hirschen, Rehen und Rindern eingattern und dann ungerührt verhungern lassen, ist das Natur. Wenn ein Wolfsrudel in Nordamerika in seinem neuen Revier sämtliche Coyoten tötet (man nennt das IGP für Intraguild predation, also das rigorose Ausmerzen von Nahrungskonkurrenten), ist das der natürliche Gang der Dinge – wenn bei einer Drückjagd in Hessen 70 Füchse geschossen werden, ist das eine Klage wert. (Die dann bezeichnenderweise auch noch zur Entscheidung angenommen wird, nebenbei bemerkt.)

Kurz: Wir lassen uns immer wieder von einigen Misanthropen deren geradezu krankhafte Abneigung gegen die eigene Spezies um die Ohren schlagen. Statt sich kritisch mit den Pöbeleien zu befassen und sie auf ihre Plausibilität, ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, reagiert die Öffentlichkeit in gewohnter Weise geradezu reflexartig und stereotyp mit einem kollektiv schlechten Gewissen. Mit der bekannten Folge – man lässt sie machen und finanziert ihr Geschäftsmodell mit Steuergeldern. Dann hat man wenigstens seine Ruhe.

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Nur Zerstörer?

Es wird Zeit, dass man die überhebliche Anspruchs-, Kontroll- und Regulierungsmanie einiger selbst ernannter Päpst/innen endlich mal wieder auf das Normalmaß zurückstutzt. Und es wird Zeit, dass wir uns selbst und unsere Rolle in der Natur nicht mehr nur mit der misanthropischen Brille betrachten. Schließlich steht ja auch bei uns einiges auf der Uhr, und wir brauchen uns in manchen Bereichen wahrhaftig nicht zu verstecken.

Wer außer uns Menschen wäre in der Lage gewesen, das heutige Weltnaturerbe Lüneburger Heide zu erschaffen? Die Senne bei Bielefeld? Unsere Truppenübungsplätze als Natur- Eldorados? Die Reisterrassen in China mit ihren Wahnsinns- Tier- und Pflanzengesellschaften? Die Hochalmen in den Alpen? Den Spreewald mit seiner in der Welt einmaligen Bewirtschaftungsweise und Pflanzen- und Tiergesellschaft? Die Eichenwälder des Spessarts? Allesamt Landschaften, deren Schaffung zum Zeitpunkt ihrer Gestaltung nach gerade gültiger Definition der Weltverbesserer einen schweren Eingriff in das jeweilige „ökologische Gleichgewicht“ darstellte – und heute als Welt- Naturerbe unter Schutz stehen. Tun Sie sich einmal den Gefallen und googeln Sie den Begriff „Kulturlandschaften“. Sie schlagen lang hin, wie viele es davon gibt, vor allem über die Definition des Begriffs in Bezug auf weit überdurchschnittlichen Artenreichtum und Biodiversität. Und wie viele davon als so genannte „Welterbestätten“ bei der UNESCO gelistet sind.

Zugegeben, wie unsere tierischen Mitbewohner das sehen, weiß man nicht. Wir können nicht in ihre Köpfe sehen. Ich gehe aber mal davon aus, dass die es so schlecht nicht finden – sonst hätten wir nicht eine so arten- und zahlreiche Fauna in unseren Kulturlandschaften. Aber vergleichbar Schönes könnte man heute auch gar nicht mehr erschaffen, das steht mal fest. In diesem Punkt bin ich völlig sicher. Da seien BUND, NABU, Grüne und Genossen vor. Wegen der „Störung des ökologischen Gleichgewichts“.

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Kirchveischede, 24. Juni 2013

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Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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P.S.: Ich möchte Ihnen die Definition von „Kulturlandschaft“ und die Beschreibung ihrer Eigenschaften nicht vorenthalten. Dies ist die aus Wikipedia. Aber Sie können mir glauben: Die von ernsthaften Wissenschaftlern oder Kulturphilosophen unterscheidet sich nicht wesentlich davon.

Kulturlandschaft

Kulturlandschaft bezeichnet die durch den Menschen geprägte Landschaft.[1] Wichtige Faktoren für die Entstehung und Entwicklung der Kulturlandschaft sind neben den menschlichen Einflüssen die Beschaffenheit (Standortbedingungen) des Naturraums mit seiner Fauna und Flora sowie die Wechselwirkungen, die aus der anthropogenen Veränderung des Naturraums resultieren. Allerdings gilt nicht jede durch Menschen geprägte Landschaft als Kulturlandschaft, die von der Naturlandschaft und den urban-industriell dominierten Gebieten unterschieden wird.

Beispielsweise wird unter der mitteleuropäischen Kulturlandschaft ein durch landwirtschaftliche Nutzung, die ein bestimmtes Intensivitätsniveau nicht überschritten hat, geprägtes Gebiet verstanden. Diese Nutzungsform schuf bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr artenreiche Biotope (beispielsweise Feuchtwiesen, Heiden, Streuobstwiesen), die danach im Zuge der weiteren Intensivierung der Landwirtschaft zu großen Teilen wieder verschwunden sind. Kulturlandschaften sind artenreicher als eine vom Wald beherrschte, humide Florenregion. Neben dem Struktur- und Artenreichtum (Biodiversität) gilt ihre Eigenart als entscheidendes Merkmal einer Kulturlandschaft, wodurch sich eine bestimmte Kulturlandschaft von anderen Kulturlandschaften unterscheidet. 

Und auch das:

Der Mensch steht nicht über der Natur, er ist ein Teil von ihr.

Gerade wieder gehört. Von sogenannten Umweltschützern im Fernsehen. Allerdings einmal mehr ausschließlich als Anklage missbraucht, einseitig, wie immer. Selektives Wahrnehmungsvermögen nennt man so etwas. So gut wie immer pekuniär verursacht.